Soll ich, soll ich nicht oder darf ich überhaupt?

„Machen Sie klar, dass es besser ist, auf ein Geschäft zu verzichten, anstatt es durch gesetzeswidrige Handlungen zu gewinnen.“

Wirtschaftskriminalität kostet die deutsche Wirtschaft mehr als 100 Milliarden Euro – jährlich. Unsere Compliance-Experten Barbara Scheben und Jens Carsten Laue erklären, wie Firmen das Problem in den Griff bekommen können.

Keyfacts über Korruption

  • jährlich Milliardenschäden
  • auch Geschäftspartner überprüfen
  • Mitarbeiter auch mal rotieren lassen

Stellen Sie die Kulturfrage

Egal, wie viele Regeln es im Haus gibt, wie engmaschig die Überwachungsmechanismen sind. Diese Maßnahmen allein können nicht vor Korruption schützen. Wer Korruption wirkungsvoll bekämpfen will, muss eine Unternehmenskultur aufbauen oder die bestehende pflegen. Hier ist besonders die Unternehmensleitung gefragt. Sie muss zum Thema Korruption deutlich Stellung beziehen.

Schwarze Schafe nicht in die Herde lassen

Firmenlenker müssen wissen, wer in seinem Namen Geschäfte abwickelt. Deshalb ist es unerlässlich, bereits bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern grundlegende Prüfungen vorzunehmen. Sie müssen ihren Mitarbeitern vertrauen können, denn sie sind das Rückgrat Ihrer Firma. Darüber hinaus empfiehlt sich u.a., bei besonders korruptionsgefährdeten Arbeitsstellen Konzepte der Job-Rotation einzubauen, um ein bedenkliches Verhältnis der Nähe bereits im Keim zu ersticken.

Kennen Sie Ihre Geschäftspartner

Auch die Kunden und Geschäftspartner gehören auf den Prüfstand. Bereits anhand bestimmter Variablen wie etwa der Branche oder der geografischen Lage können Korruptionsrisiken abgelesen werden. Führen Sie eine „Black-List“ von Geschäftspartnern, die im Zusammenhang mit Korruption bereits negativ aufgefallen sind. Bedenken Sie: Wird publik, dass Ihre Geschäftspartner mit unsauberen Methoden arbeiten, kann das auch auf Sie zurückfallen.

Die richtigen Anreize setzen

Die Ziele des Unternehmens sollten so definiert sein, sodass sie ohne korruptive Handlungen erreicht werden können. Kurzum: Definieren Sie Ziele realistisch und kommunizieren Sie klare Zielvereinbarungen mit Ihren Mitarbeitern. Machen Sie klar, dass es besser ist, auf ein Geschäft zu verzichten, anstatt es durch gesetzeswidrige Handlungen zu gewinnen.

Eine eigene Einheit aufbauen

Compliance im Unternehmen muss gesteuert werden. Implementieren Sie eine unternehmensinterne Abteilung zur Korruptionsprävention. In diese Abteilung gehören fachlich versierte Ansprechpartner, an die sich Ihre Mitarbeiter wenden können. Sorgen Sie dafür, dass diese Abteilung die nötigen Mittel an die Hand bekommt, um Fehlverhalten von Mitarbeitern entsprechend zu sanktionieren. Darüber hinaus sollten Sie auch Schulungen anbieten, um Ihre Mitarbeiter für das heikle Thema Korruption im Unternehmen zu sensibilisieren.

 

Ersterscheinung auf KPMG Klardenker | Fünf goldene Tipps gegen Korruption – Von Kultur, schwarzen Schafen und richtigen Anreizen.